Kosmetiker/In Ausbildung

Das Grundkonzept der Kosmetik hat sich ursprünglich aus der Medizin entwickelt und diente in erster Linie der Gesunderhaltung der menschlichen Haut als Organ über richtige Hautpflege und Hautschutz. Darüber hinaus sollten die Ursachen wichtiger Hauterkrankungen und kosmetischer Hautstörungen beseitigt oder positiv beeinflusst werden.

Die Veränderungen der äußeren Haut lassen oft einen Rückschluss auf innere Erkrankungen zu. Die Fähigkeit, diese am entsprechenden Hauterscheinungsbild zu erkennen und mit den darauf abgestimmten kosmetischen Behandlungen gesundheitsfördernd einzuwirken, ist auch heute ein wichtiger Grundsatz der Kosmetik.

Es gibt einen Leitsatz von Leonardo DaVinci, der sagt:
Das Auge ist das Fenster zur Seele
Hieraus können wir ableiten, dass die Haut als Körperdecke wie ein Fenster zum Körper, genauer zum Stoffwechsel des Körpers, gesehen werden kann.

Um in der kosmetischen Praxis erfolgreich zu sein, ist das medizinische Fachgebiet der Dermatologie eine wichtige Grundlage: Hauterkrankungen, die der ärztlichen Fürsorge bedürfen, können erkannt und den Kunden der richtige Hinweis gegeben werden. Nur auf Basis der erforderlichen medizinischen Grundkenntnisse kann eine schädigende Wirkung ausgeschlossen und die kosmetische Behandlung erfolgreich zur Gesunderhaltung eingesetzt werden.

Das Wort Kosmetik wird im Griechischen von Kosmos abgeleitet. Kosmos heißt in diesem Sinne allumfassend, hier bezogen auf die körperliche materielle Ebene. In diesem Sinne beinhaltet die Kosmetik die Pflege des ganzen Körpers.

Wir unterscheiden in der heutigen Kosmetik drei Teilgebiete:

Pflegende Kosmetik
Umweltverschmutzung und Giftstoffe, ungesunde Ernährung, Nahrungsmittel mit sehr vielen Zusatzstoffen belasten unseren Körperstoffwechsel und letztlich auch die Haut. Natürlich können wir uns der Einwirkung von Schadstoffen nur begrenzt entziehen. Neben einer gesunden Ernährung und Bewegung des Körpers ist die gezielt angepasste Hautpflege eine Möglichkeit, Hautschädigungen zu vermeiden, das Hautbild zu verbessern und einem vorzeitigen Alterungsprozess entgegenzuwirken.

Dekorative Kosmetik
Die dekorative Kosmetik ist von jeher dem Zeitgeschmack, der Mode, unterworfen. Ziel ist die Verschönerung des äußeren Erscheinungsbildes. Durch Anwendung verschiedener Mittel, wie z. B. Lippenstift, Rouge usw., können besondere Merkmale des Persönlichkeitsprofils unterstrichen bzw. betont oder aber auch kaschiert werden. Die dekorative Kosmetik hilft also, das Aussehen so zu gestalten, dass eine seelische Zufriedenheit hierüber eintritt und ein positiveres psychisches Erleben möglich wird.

Seelisch betreuende Kosmetik
Dazu gehört die entspannte, hygienisch saubere und ruhige Atmosphäre in dem Kosmetikstudio selbst und die Ausgeglichenheit und professionelle Zuwendung des/der Kosmetikers/Kosmetikerin an die Kunden. Zu dieser Betreuung gehört auch das "offene Ohr" für das Gesprächsbedürfnis der Kunden mit der Fähigkeit, jeweils gesunde Grenzen zu setzen. Die Beratung und Beantwortung von Fragen zum Thema rund um die Gesundheit wie z. B. Ernährung, körperliche Probleme, Fitness, Bewegung, aber auch Kleidung und die kosmetische dekorative Gestaltung des Körpers sind Alltag im Berufsleben eines/einer Kosmetikers/Kosmetikerin.

Aus den vorhergehenden Ausführungen wird deutlich, dass der/die Kosmetiker/in oft der erste Ansprechpartner für Kunden bei Haut- oder Schönheitsproblemen ist und die Kunden von ihm/ihr fundierte Fachkenntnisse auf diesen Gebieten erwarten.

Der Kosmetiker und die Kosmetikerin bewegen sich in einem gewissen Grenzbereich zum medizinischen Beruf und müssen hierfür auch die Verantwortung übernehmen. Sie müssen genau erkennen können, wann eine ärztliche Untersuchung oder Behandlung angesagt ist. Deshalb gehören zur kosmetischen Grundausbildung auch die medizinischen Lehrinhalte, insbesondere Themen wie Hauterkrankungen, Pilzerkrankungen, schwere Akneformen oder Hautkrebs. Ein/e Kosmetiker/in sollte auch über zumindest oberflächliche Kenntnisse zum Thema der plastischen Chirurgie verfügen, hinsichtlich derzeit möglicher chirurgischer Eingriffe wie z. B. Entfernung von Hauttumoren, Hautanomalien/Pigmentfeldern, Gesichtskorrekturen, Lifting, Bruststraffungen usw.

Der Beruf des/der Kosmetikers/Kosmetikerin bietet mit den umfangreichen Behandlungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten eine sehr vielfältige und ausbaufähige berufliche Perspektive. Viele kosmetische Anwendungen können nicht nur im eigenen Studio ausgeübt werden, sondern auch beispielsweise in Parfümerien, Hotels, Friseurstudios, Hautarztpraxen, Kliniken oder über mobilem Service angeboten werden. Eine weitere Möglichkeit ist auch die spätere Berufsausrichtung zum/zur Kosmetikausbilder/in.

Inhalt:

  • Einführung in die Kosmetik
  • Hygienelehre
  • Medizinische Grundlagen
  • Materialkunde
  • Instrumentenlehre
  • Kosmetische Behandlungsverfahren und praktische Arbeitsanleitungen
  • Indiviuelle Typisierung und Beratung des Kunden
  • Praktische Übungsanleitungen
  • Praxisalltag eines/einer Kosmetikers/Kosmetikerin

Unsere Dozenten für sämtliche kosmetische Ausbildungen sind von der HANDWERKSKAMMER geprüfte Ausbilder (AEVO) und/oder in einer staatlichen Prüfungskommission tätig. Sie führen jahrelang erfolgreiche eigene Studios.

Kursdauer:
6 Monate

Vormittagskurs: Dienstag-Donnerstag 09:00-12:00 Uhr
Abendkurs: Dienstag-Donnerstag 18:00-21:00 Uhr

Teilnehmerzahl: 6-10