Seit einigen Jahren wird Hildegard-Medizin als Naturheilverfahren durchgeführt. Viele Menschen richten sich nach den Empfehlungen und Anweisungen, die Hildegard von Bingen vor über 800 Jahren gegeben hat und erfahren erstaunliche positive Veränderungen in ihrem körperlichen und seelischen Befinden.
Hildegard von Bingen - wer war sie? Hildegard v. Bingen wurde 1098 als 10. Kind des Edelfreien Hildebert v. Bermersheim und seiner Frau Mechthild in Bermersheim bei Alzey in Rheinhessen geboren
Um 1113 legt sie die ewigen Gelübde ab und wird Benediktinerin.
Nach dem Tod ihrer Erzieherin der Gräfin Jutta von Sponheim im Jahre 1136 wird Hildegard einstimmig zur Äbtissin gewählt. Aufgrund des immer größer werdenden Konvents verlegt sie elf Jahre später das Kloster auf den Rupertsberg bei Bingen.
Hildegard berichtet, dass sie seit Kindheitstagen an die Gabe der Schau oder Vision hatte, ohne dass es ihr noch anderen bekannt war. Diese Visionen begannen immer mehr eine außerordentliche Rolle in ihrem Leben zu spielen und wurden schließlich ihr Lebenswerk.
In zehnjähriger Schreibarbeit entstand ihr erstes grosses Werk "SCIVIAS"(Wisse die Wege).
Bei der Sysnode (1147) von Trier las Papst Eugen III. aus diesem Werk vor.
Ihre naturheilkundlichen Schriften sind : "Liber simplicis medicinae(Physica) und das Werk Liber compositae medicinae (Causae et Curae), sowie das zweite Hauptwerk, Liber vitae meritorum - eine Moral- und Tugendlehre.
In dieser Schreibepoche unternimmt Hildegard mehrere Predigtreisen und ergreift dabei in "wortgewaltigen Predigten öffentlich das Wort", was für eine Frau ihrer Zeit äusserst ungewöhnlich ist.
Mehrfach trifft sie mit Kaiser Friedrich I. "Barbarossa" zusammen, der ihrem Kloster 1163 einen Schutzbrief ausstellt.
Der dritte Teil der großen Visionstrilogie, das Werk Liber Divinorum Operum, eine Kosmologie, in der Hildegard den Bau des Universums schaut, entsteht von 1163 - 1173/4.
Das Gesamtwerk umfasst auch noch einige kleinere theologische und hagiographische Schriften: Explanatio Regulae S. Benedicti, Vita Sancti Disibodi, Vita Sancti Ruperti, Explanatio symboli Sancti Athanasii ad congregationem sororum suarum Expositio evangeliorum, Solutiones triginta octo questionum.
Ihre musikalischen Werke sind: das Singspiel Ordo virtutum, und die 77Carmina (Lieder) der Symphonia caelestium revelationum, die über 300 Briefe enthaltene Epistolae und die bis heute nicht entzifferte Geheimschrift: Lingua ignota bzw die 25 Geheimzeichen, die Litterae ingotae. Eine Dechiffrierung könnte aller Voraussicht nach zu einem völlig neuen Weltbild führen, weil in diesem Code der göttliche Plan für den Aufbau der Welt vermutet wird.
Hildegard starb am 17. September 1179 im Alter von 81 Jahren. Die zahlreichen Ehrentitel wie Prophetissa teutonica ,Wisserin höchster Geheimnisse usw. gipfeln in der Aussage des Kirchengeschichtlers Ignaz v. Döllinger, Hildegard sei eine in der Geschichte einzig und unerreicht dastehende Erscheinung.