Die Gestalt-Therapie sagt in einem einfachen Satz: Rede nicht über Dein Problem, sondern agiere es. Der Träumer wird zum Beispiel aufgefordert, mit den einzelnen Teilen und nicht nur den Personen des Traumes in Verbindung zu treten in Form eines aktiven Dialoges, in welchem er jede Rolle selbst übernimmt.
Eine traumatische Erfahrung wird nicht interpretiert. Sie wird szenisch agiert. So kommt der Patient mit seinen zum Beispiel unterdrückten oder abgespaltenen Persönlichkeitsanteilen in Kontakt und kann so emotional statt nur rational bisher unerledigte Konflikte verarbeiten.
Die Gestalttherapie will den Wachstumsprozess fördern und das menschliche Potential entfalten. Die inneren Lücken in der Persönlichkeit, oft durch Angst entstanden, werden so gefüllt.
Angst ist die Kluft zwischen dem Jetzt und dem Später. Die Gestalttherapie ermöglicht dem Menschen, in der Kraft verankert zu sein, die ihn konstituiert. Die Grundlage ist die Idee der Gestalt, die die höchste Einheit einer inneren oder äußeren Erfahrung ist.
Diese innere Gestalt mobilisiert brachliegende Möglichkeiten des eigenen Selbst, erweitert sie fortdauernd und festigt sie in der Auseinandersetzung mit der Umwelt. Das Selbst wird somit unabhängiger und freier und fördert die Selbständigkeit und die Selbsthilfe des Menschen.